17.07.09 Bankrotterklärung für das Elternhaus: Brauchen wir ein Schulfach Lebenskompetenz?
Bankrotterklärung für das Elternhaus: Brauchen wir ein Schulfach Lebenskompetenz?
Moderator: Achim Bogdahn
Experte: Klaus Wenzel, BLLV-Präsident
Stichworte: Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert das neues Schulfach für "Lebenskompetenz"/ "Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben"/ Was belastet junge Menschen heute?/ Welchen Auftrag hat Schule zu erfüllen?/ "Wohlfühlschule"/ "Schule ist nicht Reparaturanstalt des Elternhauses"/ Informieren über die Folgen des Komasaufens/ Schule soll die Eltern ergänzen/ Schule heute teilweise Familienersatz/ Klarer Bildungsauftrag nötig/ "Bulimie-Lernen"/ Eltern sind heute orientierungslos/ Lernen damit umzugehen, was auf einen einrieselt/ Werbung als heimlicher Erzieher/ Schlechte Vorbilder/ Sauf-Events in jedem Dorf/ Beziehungen nötig für Erziehung/ Zeit fehlt/ Schulsystem müsste entzerrt werden/ Lebenskompetenz bezieht sich doch nicht nur auf das Saufen/ Kinder werden ständig um- und aussortiert/ Gute Ganztagsschulen nötig/ Condrobs, München/ Schule als Ganzes betrachten/ Beziehungsarbeit verbessern/ reden reicht nicht, muss erlebbar machen/ "Rauschbrille"/ Motiv verstehen/ Werbung ist sehr interessant/ "Sich nicht mehr spüren müssen"/ Alkohol ächten wie die Zigarette/ Rauchen total verboten, beim Alkohol ist man großzügig/ Alkohol viel gefährlicher, als 2 oder 3 Zigaretten am Tag...
... Externes Personal einsetzen/ Familie mit einbeziehen/ Bildungsarbeit muss Beziehungsarbeit sein/ Kinder sind in ständigen Konkurrenzkampf ausgesetzt/ Forderung nach der Kindgerechten Grundschule/ Gemeinsame Schulzeit verlängern/ Es geht auch ohne Noten/ Heute muss man den Überfluss steuern, nach dem Krieg die Not

Schulfach Glück
Wenn schon ein neues Schulfach dann das Fach "Glück", wie es in einer Heidelberger Schule vor etwa 2 Jahren eingeführt wurde. Einen Lesenswerten Artikel (oder auch diesen) dazu gibt es bei Spiegel Online. Darin findet sich folgendes Zitat von Hartmut von Hentig: "Jeden Bildungsplan wird man künftig daran messen, ob er geeignet ist, die Zuversicht junger Menschen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Verständigungsbereitschaft zu erhöhen."
Das ist wohl war.
Am
Anfang war die Debatte ziemlich nebulös. Immerhin war man sich weitgehend einig, dass ein neues (weiteres) Schulfach nicht reicht, bzw. gar nicht wünschenswert ist. Auch ich kann der Idee nichts abgewinnen. Schon die Formulierungen, die in diesem Zusammenhang gebraucht wurden, waren bezeichnend. "Ein Schulfach, indem die Jugendlichen darüber informiert werden" wie schlimm komasaufen...rauchen...falsche Ernährung usw. sind. Da weiß der Jugendlich ja dann Bescheid. Das erinnert mich an eine Werbespruch der Tabakindustrie: "Jugendliche sollen nicht rauchen." Immerhin gab Klaus Wenzel ein paar Punkte vor, die man verfolgen sollte (und zwar schnellstens), bis man sich auf ein Rezept für die Wohlfühlschule geeinigt hat: 1) Mehr Geld für mehr Lehrer und kleinere Klassen 2) Längere gemeinsame Schulzeit 3) Weniger und spätere Auslese (Beenden des "ständiges Kinder ein- und umsortieren") Externe Experten in der Schule einzusetzen halte ich für eine sehr gute Idee. Schließlich stecken wir alle in unseren Welten und ein professioneller Blick von außen kann da sehr viel bewirken. Warum nicht ein mal eine ganze Klasse samt Lehrer coachen ? Oder Wochenendprojekte außerhalb der Schule. Ich habe hier ja schon einmal auf das Projekt "Zündung - Brenne auf Morgen" hingewiesen. Dieses Projekt ist explizit nicht für alle gedacht. Dennoch denke ich, das darin sehr interessante Ansätze verwendet werden. Es würde sich lohnen, darüber nachzudenken, wie man auch Jugendlich erreichen kann, die noch nicht so stark motiviert sind, mehr über sich zu erfahren. Ansonsten würde ich mir wünschen, das mal eine klare Aussage getroffen wird, wie viel Geld nötig wäre. Also so nach der Art: Klassengröße von x nach y macht so und soviel. Dann könnte man das mal mit den verschiedenen Subventionen vergleichen.